Blick auf Reigoldswil

Brauchtum und Anlässe

Banntag

Der Banntag hat früher Bannumgang geheissen und ist ein alter Brauch. Er fand sowohl in der Stadt Basel als auch in den meisten Gemeinden der Landschaft am Auffahrtstage statt. Sein Zweck war, den Bürgern den Grenzverlauf des Gemeindebannes, der damals noch nicht auf Grundbuchplänen festgelegt war, in stete Erinnerung zu rufen. Bei diesem Anlass hatte früher das Gescheid, die Behörde für die Grenzziehung, mitzuwirken. Bis zur Reformation beteiligte sich auch die Kirche am Bannumgang (Segnung der Fluren). In den Gemeindeversammlungs- Protokollen finden sich folgende Eintragungen über Bannumgänge in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts:

12. Mai 1825
(Auffahrt) Bannumgang, Einteilung der Bürgerschaft in 6 «Los» (Rotten).

12. Mai 1833
Um den Bann sind gegangen 24 Mann in 6 Abtheilungen. Heinrich Vögelin Debis war der
erste, und Hans Roth, der Uhrenmacher, der letzte. (Die aufgebotenen Teilnehmer wurden
nach Häuserzeilen bestimmt.)

15. Mai 1836
Von nun an Bannumgänge durch die Gescheidsmänner mit Zuziehung junger Männer.

28. Mai 1845
In Zukunft Bannumgang in 2 Abtheilungen durch die Gemeindebeamten mit Zuziehung (von
Leuten) der Bürgerschaft.

5. Mai 1850
Die Untersuchung der Bannsteine soll bei günstigem Wetter am Auffahrtstage stattfinden.
Dem Wunsch Lehrer Tanners wird beigepflichtet, es möchten auch Repetierschüler an
dieser Handlung teilnehmen.

In der Zeit zwischen 1915 und 1934 wurde kein Bannumgang veranstaltet. Eine Wiederbelebung des alten Brauches erfolgte 1935. Ein Zirkular des Gemeinderates lud Bürgerschaft und Einsassen zum «Banntag» am Sonntag, den 28. April, ein. Die Teilnehmer versammelten sich beim Kastanienbaum auf dem Dorfplatz und wurden dort in zwei Hälften geteilt. Die eine Hälfte marschierte in den Ämlis und teilte sich dort in zwei Routen (Gämpis-Vogelberg und Gillen-Chüeweid), die andere Hälfte zog auf das Sigsfeld und teilte sich dort ebenfalls in zwei Routen (Dünnlenberg-Wasserfalle und Baberten-Rifenstein-Bütschen). Die Rottenführer (drei Gemeinderäte und der Gemeindeförster) erhielten 3 Franken Entschädigung.
Wahrscheinlich schlief der Banntag noch vor den Kriegsjahren wieder ein. Erst 1950 wurde er wieder eingeführt und auf den 1. Oktobersonntag (Tag des Herbstmarktes) angesetzt. Gegen 200 Teilnehmer, darunter viele auswärtige Bürger, versammelten sich auf dem Gemeindehausplatz, wo sie von der Gemeindebehörde begrüsst wurden. Unter Vorantritt des Musikvereins marschierte man ins Oberbiel. Dort trennten sich die 4 Rotten. Der schöne Herbsttag mit guter Fernsicht verlockte die meisten Teilnehmer für die oberen Routen (Wasserfalle und Vogelberg). Erstmals wurde an alle Teilnehmer am Ende der Route ein Imbiss offeriert.
Ein Jahr später entschied sich die Gemeindebehörde für eine Vereinfachung des Banntages; in einem Turnus von zwei Jahren wird seither zwischen den oberen und den unteren Routen abgewechselt. Für die Bereitstellung der Verpflegung der Banntägler, die nur noch je an einem Ort abgegeben wird (Jagdhütte Bärengraben für die oberen, Lucherenhöchi für die unteren Routen), sorgt ein Dorfverein mit einer mobilen Küche. Seit 1960 findet zur Eröffnung des Banntages im Pfarrhof eine kurze Feldpredigt statt, bei der auch der Musikverein mitwirkt. Als neueste Bereicherung des Banntages hat sich 1983 eine uniformierte Gruppe von Banntagsschützen gebildet, die nach dem Muster des bekannten Liestaler Banntages mit ihren Vorderladern für die «akustische» Belebung des Anlasses besorgt ist.

Jungbürgeraufnahme

Diese fand früher an der 1. Augustfeier oder sogar am Banntag statt. Die meist vollzählig erschienenen jungen Leute erhielten ein Buch. Im Anschluss wurden die Jungbürgerinnen und Jungbürger zu einem Imbiss eingeladen und oftmals wurde über öffentliche Fragen diskutiert. In den letzten Jahren versuchte der Gemeinderat den Anlass abwechslungsreich zu gestalten. Er unternahm mit den jungen Leuten einen Ausflug und anschliessend gab es ein feines Essen. Die Anzahl Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging jedoch stets zurück.

Eierlesen

Der Nachostern-Sonntag ist der Tag des Eierlesens. Mitglieder des Turnvereins sammeln Eier ein oder Geld, um welche zu kaufen. Früher fand das Eierlesen zuerst an der Postgasse, später im Rüschel und dann auf Chläberen statt. Bei einem doppelten Eierlesen wurden zwei Reihen Eier auf der Strasse ausgelegt, 3 Stück je Laufmeter, jedes auf ein Häuflein Sägemehl, jedes 10. Ei hart gesotten und gefärbt, die anderen roh, jede Reihe bis zu 120 Stück. Der Wettkampf wurde zwischen den Eierlesenden und den Läufern ausgetragen. Während zwei Turner die Eier auflasen und sie in die mit Spreu belegten Wannen warfen, massen sich zwei Kameraden zeitlich mit einem Lauf nach Ziefen und zurück. Später vollzog sich der Wettstreit stafettenartig zwischen den Eierlesenden und einem Grüpplein von Rundläufern im Quartier. Dabei kam es weniger auf das Gewinnen als auf den Plausch an. Heute spielt sich das Ganze auf dem Primarschulhausplatz ab. In verschiedenen Gruppen und in verschiedenen Varianten werden die Eier über den Platz transportiert. Nach dem Eierlesen sind alle zu einem geselligen «Eierdätsch»  eingeladen.
Leider findet dieser Brauch nicht mehr so viele Anhänger, daher hat sich der Turn- und Sportverein Reigoldswil ab dem Jahre 2009 entschlossen, das Eierlesen nur noch alle zwei Jahre durchzuführen.

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